Tag-Archiv: cholinerges System in Keratinozytenzellen

Die menschliche Epidermis zeigt ein nicht-neuronales cholinerges System, das die Keratinocyten (kc) Acetylcholin (Ach) -Achse einschließt, die aus Enzymen und zwei Familien von Ach-Rezeptoren (Muskarin- und Nikotinrezeptoren) besteht. Die Aktivität dieser zwei Rezeptoren kann die Interkeratinocyten und die kcs-extrazelluläre Matrixadhäsion regulieren, wodurch die Regulation von interzellulären Adhäsionsmolekülen wie Cadherinen und Integrinen modifiziert wird. Einige Autoren zeigen, dass die Akantholyse beim Pemphigus nicht nur von anti-Desmoglein-Antikörpern (abs) (meist IgG), sondern auch von anderen gegen kc-Membranantigene gerichteten Abs (zB anti-Ach-Rezeptoren Abs) abhängt. In der frühen Phase der Pemphigus-Pathogenese blockieren die Anti-Ach-Rezeptoren die Ach-Signalwege, die essentiell für die Zellform und interzelluläre Adhäsion sind und erhöhen die Phosphorylierung von Adhäsionsmolekülen. Kombiniert mit der Wirkung von abs antidesmoglein, verursachen Anti-Ach-Rezeptoren Abs das acantholytische Phänomen. In-vitro-Experimente zeigen, dass hohe Dosen von Ach in akantholytischen kcs dieses pathologische Ereignis schnell umkehren können. In-vivo-Experimente unter Verwendung von neonatalen Mäusemodellen von Pemphigus haben gezeigt, dass cholinerge Agonisten diese Läsionen reduzieren. Die Therapie mit Pyridostigminbromid und Nicotinamid per os oder Pilocarpin, die topisch angewendet werden, Arzneimittel, die cholinomimetische Wirkungen zeigen, hat zu ermutigenden Ergebnissen bei Patienten geführt, die von Pemphigus-Krankheit betroffen sind. Cholinergika könnten eine strategische Rolle bei der Therapie des Pemphigus spielen, da sie für das frühe Stadium akantholytischer Erkrankungen verantwortlich sein könnten.

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